Eine zugängliche (= barrierefreie) Webpräsenz ist profitabler!
1. Zugängliche Präsenzen sind wartungsfreundlicher
Eine zugängliche Webpräsenz trennt Inhalt und Struktur (HTML) vom Layout (CSS). Modifikationen des Layouts werden in der Regel nur noch an den Stylesheet-Dateien (eine oder wenige) vorgenommen. Die Änderungen wirken auf allen Seiten der Webpräsenz. Das spart Zeit und damit Geld.
2. Die Seiten Ihrer Webpräsenz werden schneller geladen
Denken Sie an Ihr eigenes Surfverhalten: Wie lange sind Sie bereit zu warten, bis eine Seite komplett geladen ist? Da das Layout ausgelagert ist, sind zugängliche Webseiten bis zu zwei Drittel kleiner. Sie benötigen weniger Bandbreite und bieten Ihren Besuchern größeren Komfort durch kürzere Ladezeiten.
3. Zugängliche Webpräsenzen sind benutzerfreundlicher
Es gibt viele Schnittstellen zwischen den Anforderungen für Zugänglichkeit und Anforderungen in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit. Dazu gehört zum Beispiel, dass zugängliche Dokumente in der Regel klarer strukturiert sind und die Navigation zugänglich gestaltet ist.
Forrester Research hat ermittelt, dass 78% der Internetnutzer einer Webpräsenz auf Dauer den Rücken kehren, wenn diese als nicht benutzerfreundlich eingeschätzt wird.
4. Ihr Suchmaschinenranking wird positiv beeinflusst
Wie viele Nutzer über Suchmaschinen auf Ihr Angebot zugreifen, hängt von vielen Faktoren ab. In der Regel werden es aber zwei Drittel oder sogar weit mehr sein. Grund genug, um größte Sorgfalt auf die Erstellung der Webpräsenz zu verwenden, denn bei der Erstellung können Sie am meisten Einfluss nehmen und bewirken. Sie erhöhen Ihre Reichweite mit geringem Aufwand. Mit der Trennung von Inhalt und Layout und einem strukturiertem Aufbau Ihrer Webpräsenz schaffen Sie die besten Grundlagen.
Darüber hinaus ergeben sich bei zugänglichen Webpräsenzen weitere Möglichkeiten der Feinsteuerung, um Ihr Angebot im Markt zu platzieren.
5. Ihre Webpräsenz ist kompatibel zu alternativen/neuen Browsertechnologien
Schon jetzt kann man mit PDAs, Handys und Bordcomputern (PKW) auf das Internet zugreifen. Die Nutzung mit alternativen Zugangsgeräten wird zunehmen. Zugängliche (= barrierefreie) Webpräsenzen brauchen keine getrennt geschriebene Anwendung, weil die ganz normale zugängliche Webpräsenz kompatibel ist. Durch spezielle Stylesheets lassen sich sogar die Inhalte steuern, wenn zum Beispiel bestimmte Bereiche oder Elemente der Webpräsenz nicht in PDAs angezeigt werden sollen.
Nutzer neuer Browsertechnologien gehören häufig zu höheren Einkommensschichten. Sie erhöhen Ihre Reichweite beziehungsweise sparen, weil keine zusätzlichen Anwendungen geschrieben werden müssen.
6. Das Ansehen in der Öffentlichkeit wird erhöht
Tue Gutes und rede darüber. Noch ist es nicht selbstverständlich, eine zugängliche Webpräsenz zu haben. Das Interesse an solchen Seiten ist groß. Die Zugänglichkeit einer Webpräsenz ist Qualitätsmerkmal und Zeichen der Leistungsfähigkeit – und somit auch Potenzial für Marketing und PR(Public Relations).
7. Besser jetzt die gute PR nutzen als bald eine schlechte PR bekommen
Es wird nicht mehr Jahre dauern, bis eine zugängliche Webpräsenz selbstverständlich wird. Gesetzliche Regelungen gibt es bereits für Bundesbehörden, Regelungen auf Länderebene sind in der Vorbereitung. Auswirkungen auf geschäftliche Webseiten werden nicht ausbleiben. Je größer das Unternehmen in der Öffentlichkeit steht, desto eher wird Zugänglichkeit erwartet werden.
8. Zugänglichkeit erhöht Ihre Reichweite
Die Vorteile von Zugänglichkeit werden an den vorhergehenden Argumenten deutlich, auch wenn diese nichts mit Menschen mit Behinderungen im engeren Sinne zu tun haben, sondern allgemeine Barrieren der Zugänglichkeit beschreiben. Werfen wir einen Blick auf Menschen mit Einschränkungen:
- Rund 10 Prozent der männlichen Deutschen sind farbenblind oder können zumindest zwei bestimmte Farben nicht auseinander halten. Das betrifft vor allem Kombinationen wie Rot-Grün oder auch Blau-Grün.
- Haben Sie schon einmal nachgefragt, wie viele Ihrer Kunden Schwierigkeiten mit zu kleinen Schriftgrößen bei Webseiten haben und die Inhalte daher nicht oder nur sehr mühsam lesen können? Allgemeine Schätzungen gehen von bis zu einem Drittel aller Internetnutzer aus.
- Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes lebten in Deutschland Ende des Jahres 2001 rund 2.3 Mio. Menschen mit Einschränkungen, darunter 155.000 Blinde, 500.000 Sehbehinderte, 1.1 Mio. mit körperlichen Einschränkungen oder Verlust von Gliedmaßen. Die Nutzung des Internets erfolgt unter anderen mithilfe von Screenreader und Tastatur.
- Aus einer Umfrage des Bundeswirtschaftsministeriums geht hervor, dass Menschen mit Behinderung das Internet überraschenderweise weit häufiger nutzen als Nicht-Behinderte. Mit 80 Prozent sind Behinderte weit öfter online als die Nicht-Behinderten mit nur 42 Prozent. Das gilt besonders für die 30- bis 49-Jährigen (86 Prozent der Behinderten) und die 50- bis 69-Jährigen (89 Prozent der Behinderten). Die Aufteilung auf die verschiedenen Behinderungen lässt erkennen, dass von den Lern- oder geistig Behinderten nur 32 Prozent Internetkenntnisse besitzen, von den Blinden und Sehbehinderten aber 95 Prozent. Über die Hälfte der Blinden und Sehbehinderten stufte sich in der Umfrage als “Internetkenner” ein.
Obige Zahlen sollten Anlass genug sein, noch einmal darüber nachzudenken, ob Barrierefreiheit für Sie tatsächlich keine Rolle spielt. Vielleicht stellen Sie jetzt fest, dass Sie fast ein Drittel Ihrer Zielgruppe nicht oder ungenügend berücksichtigen.
