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Barrierefreiheit kann nicht beauftragt werden

Biene-Award-Maskottchen

Barrierefreiheit kann nicht außer Haus vergeben werden, sie muss sich in den Köpfen der Menschen festsetzen. Mit Techniken zur Barrierefreiheit und Beratung können beauftragte Agenturen einen barrierefreien Webauftritt jedoch vorbereiten helfen.

Eine Webpräsenz zu erstellen, bei der man die volle Kontrolle über die eingestellten Inhalte hat, ist keine Kunst. Je umfangreicher der Webauftritt wird und je mehr Redakteure aktiv beitragen, desto wichtiger werden nicht nur Kontrollfunktionen, sondern vor allem das richtige Verständnis dafür, was Barrierefreiheit ausmacht.

Ein vernünftiges Grundkonzept und deren Umsetzung machen leicht 80% und mehr der Barrierefreiheit aus. In den letzten Prozenten jedoch steckt die Arbeit, die es braucht, um zum Beispiel preiswürdig für den Biene-Award zu werden.

Die Pflicht: Das Grundkonzept für Barrierefreiheit

Mit mehr als 15.000 zu verwaltenden HTML-Seiten und einer fünfstufigen Navigationstiefe lag unsere zentrale Aufgabe für den Webauftritt des Regionalen RechenZentrums Erlangen (RRZE) darin, ein schlüssiges und für verschiedenste Nutzergruppen geeignetes Navigationsdesign zu entwerfen, selbstverständlich unter der Maßgabe weitestgehender Barrierefreiheit. Vorgabe war die Adaption des gerade in der Entwicklung befindlichen Corporate Designs und gewünscht war eine kombinierte Zielgruppen- und Inhaltenavigation.

Preiswürdiges Navigationskonzept

In der Laudatio für den Deutschen Multimedia Award, Sonderpreis Barrierefreiheit, wurde das Navigationskonzept besonders gewürdigt. Mehr Informationen zum (visuellen) Navigationskonzept finden Sie in der Projektbeschreibung (Referenzen) oder noch ausführlicher und anschaulich skizziert in den Bedienungshinweisen des RRZE.

Für Screenreader-Benutzer wurde konsequent ein nicht-visuelles Navigationskonzept berücksichtigt. Dazu gehören Sprungmenüs zu wichtigen Funktionen und Inhaltsbereichen, die Anordnung des Quelltextes wurde wohlbedacht und weiterführende Links den Anforderungen entsprechend optimiert, ohne das visuelle Konzept zu beeinträchtigen.

Die umfangreichen Auswertungen des RRZE über das Nutzerverhalten wurden in der Ausführung der Navigation berücksichtigt.

Webstandards und Barrierefreie Navigationstechnik Verordnung (BITV)

Unser Design-Entwurf orientierte sich eng an den bereits vorhandenen Elementen des Corporate Designs des Rechenzentrums der Universität Nürnberg-Erlangen.

Streng nach den Webstandards wurden von uns die Vorlagen konzipiert, das heißt die Verwendung von validen Code nach dem Webstandard XHTML Strict 1.0 sowie die strikte Trennung von Inhalt/Struktur und Layout. Für alle zu erwartenden Anwendungsfälle wurde das CSS-Design im Detail erstellt.

Die Konzeption erfolgte eng nach den Vorgaben der BITV. Wir hatten jedoch keine Scheu, immer dann davon abzuweichen, wenn die Praxistauglichkeit dies unserer Meinung nach verlangte. Diese Abweichungen erfolgten in enger Abstimmung mit dem RRZE ebenso wie die Bewertung von Auslegungsspielräumen.

Die technische Umsetzung und Realisation dieses Konzeptes wurde vom RRZE selbst durchgeführt, ohne auf ein marktgängiges CMS angewiesen zu sein. Das RRZE informiert zur eingesetzten Technik.

Während der technischen Umsetzungsphase wurde das RRZE von uns noch beratend begleitet.

Die Kür: Barrierefreiheit leben

Der erfolgreiche Relaunch der Webpräsenz des RRZE liegt mittlerweile gut anderthalb Jahre zurück. Diese Zeit wurde und wird vom Webteam des RRZE unter der Leitung von Wolfgang Wiese aktiv genutzt, um den Webauftritt konsequent mit eigenen Mitteln weiter zu entwickeln.

Informationsangebot und Prüfalgorithmen

Zwei wesentliche Bausteine sichern die Barrierefreiheit auf hohem Niveau am RRZE: Das umfassende Informationsangebot, das nicht nur die formalen Anforderungen vorgibt, wie zum Beispiel im eigens erstellten Styleguide zu sehen, sondern in weiten Bereichen die Entscheidungsprozesse erklärt und verstehbar macht.

Bei der Vielzahl an Redakteuren reicht das allein jedoch nicht aus. Eine wohldurchdachte Organisation und Verwaltung der Webseiten mittels CSV, ergänzt durch eine Reihe eigens entwickelter Prüfalgorithmen fängt die meisten Fehler schon vor der Veröffentlichung einer Webseite ab.

Am RRZE erleichtert die Technik zudem den Redakteuren die Arbeit am Dokument, unter anderem durch automatische Acronym-Setzung und automatische Linkkorrektur.

Die eingesetzte Technik ist wichtig und hilfreich. Die Qualität des Angebots liegt jedoch letztendlich bei den Redakteuren. Angefangen mit der Notwendigkeit einer sinnvollen Bildbeschreibung über die gewählte (einfache und verständliche) Sprache und gut strukturierten Tabellen, um nur einiges zu nennen, gibt es eine Menge zu beachten. Dem Webteam am RRZE ist es gelungen, die Wichtigkeit eines barrierefreien Angebots allen Beteiligten zu vermitteln. Die Anerkennung dieses unermüdlichen Strebens ist jetzt durch die Goldende Biene anerkannt worden. Herzlichen Glückwunsch nach Erlangen!

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